Dr. med. Rolf Wyss, ehemaliger leitender Arzt an der Genfer Universitäts-Frauenklinik: "Ein unwissenschaftliches Stück Propaganda. Der zweite Teil des Films hat mit der Problematik des Schwangerschaftsabbruchs gar nichts zu tun. Das ist reine Demagogie". Die Aussage im Film, der Fötus verspüre Todesängste, qualifiziert Dr. Wyss als "baren Unsinn".
Prof. Dr. med. Felix Gutzwiller, Zürich: "Der Kommentar des Amerikaners Nathanson ist medizinisch und wissenschaftlich völlig unhaltbar. Hinter der polemischen Agitation des Films gibt es kaum echte Information."
Prof. Hart Peterson, Neurologe, New York: "Die Ultraschallbilder sind sehr verschwommen und unklar. Der Kommentar füllt alles aus, was man nicht sieht. Das ist ein billiger Trick - ein emotionales, unwissenschaftliches Stück Propaganda".
Prof. Richard Berkowitz, Gynäkologe, New York: "Der Film ist faktisch irreführend und unfair".
Prof. Dr. med. Etiennne Baulieu, Biochemiker, Paris: "Der Film ist ein wissenschaftlicher Schwindel." Prof. Baulieu wurde durch die Autoren des Films der Verleumdung angeklagt, jedoch freigesprochen. Das Pariser Gericht schreibt in seinem Urteil vom 20.2.1992: "Der Film tendiert offensichtlich zur Dramatisierung des Themas. Er kann nicht als objektives, wissenschaftliches Dokument bezeichnet werden. Es handelt sich vielmehr um einen Propagandafilm, der mit allen Mitteln, namentlich mit dem Schüren von Emotionen das Publikum überzeugen will."
Erklärung der amerikanischen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe: "Wir kennen keine ernstzunehmenden wissenschaftlichen Informationen, die die Behauptung stützen würden, der Fötus könne in frühen Schwangerschaftsstadien Schmerz empfinden. Wir wissen aber, dass das Kleinhirn seine endgültige Form im siebenten Monat erreicht und dass die Myelinisierung des Rückenmarks und des Gehirns zwischen der 20. und 40 Schwangerschaftswoche beginnt. Diese und andere Entwicklungen des Nervensystems müssen stattgefunden haben, ehe der Fötus Schmerz empfinden kann".
Erklärung des amerikanischen Berufsverbandes der Psychologinnen und
Psychologen:
"Die wissenschaftlichen Erkenntnisse stimmen weitgehend darin überein,
dass der legale Abbruch
einer ungewollten Schwangerschaft, vor allem wenn er im ersten
Schwangerschaftsdrittel durchgeführt wird, für die meisten Frauen keine psychischen Risiken birgt.
Im Gegenteil: Die wissenschaftlichen Daten unterstützen in ihrer ganz
grossen Mehrzahl die Schlussfolgerung, dass die Wahlfreiheit und der selbstverantwortliche Entscheid
der Frau in kritischen Lebenssituationen ihre psychische Gesundheit fördern."
(Prof. Dr. med. Sally Faith Dorfmann, Albert Einstein Universität; Prof. Dr. med. Hart Peterson, Neurologe, New York; Prof. Dr. med. William Rashbaum, Albert Einstein Universität; Prof. Dr. med. Seymour L. Romney, Gynäkologe, Albert Einstein Universität; Prof. Dr. med. Allan Rosenfield, Gynäkologe, Columbia Universität; Prof. Herbert G. Vaughan, Neurologe, Albert Einstein Universität; Prof. Dr. med. Ming-Neng Yeh, Gynäkologe, Columbia Universität) :
| Behauptungen im Film : | Richtigstellung : |
| Der zwölf Wochen alte Fötus empfindet Schmerz. | In diesem Stadium der Schwangerschaft befinden sich Gehirn und Nervensystem noch in einem sehr frühen Entwicklungszustand. Es bilden sich die Anfänge des Hirnstamms mit Rudimenten von Thalamus und Rückenmark. Die meisten Gehirnzellen sind noch nicht ausgebildet. Ohne eine Hirnrinde können keine Schmerzimpulse empfangen oder wahrgenommen werden. |
| Der 12 Wochen alte Fötus führt zweckgerichtete Bewegungen aus. | In diesem Stadium der Schwangerschaft sind alle Bewegungen des Fötus reflektorischer Art und nicht "zweckgerichtet". |
| Zur Entfernung des Kopfes müssen bei einem 12 Wochen alten Fötus "zermalmende Instrumente" verwendet werden. | Nach zwölfwöchiger Schwangerschaft und auch noch ein bis zwei Wochen danach ist für einen fachgerechten Abbruch lediglich die Absaugkanüle erforderlich. |
| Bei dem gezeigten Fötus haben seit 6 Wochen Gehirnwellen existiert. | Gewisse elektrische Impulse wurden zwar schon nach 10-wöchiger Schwangerschaft registriert, doch man kann sie nicht als Gehirnwellen bezeichnen oder mit ihnen vergleichen. Echte Gehirnwellen kommen nicht vor dem siebten Monat vor. |
| Das Fötusmodell, das mehrfach eingeblendet wird, soll einen 12-Wochen-Fötus darstellen. | Das eingeblendete Modell ist wesentlich grösser als ein Fötus nach 12-wöchiger Schwangerschaft. Es entspricht einem Fötus nach einer 18-wöchigen Schwangerschaft. |
| Viele Frauen, die einen Schwangerschaftsabbruch hinter sich haben, leiden unter schweren, seelischen Schäden. | Ernste psychische Probleme im Gefolge eines Schwangerschaftsabbruchs sind selten, seltener als nach einer Geburt. |
| Im Film werden tote Föten in Abfallkübeln als "Ergebnisse" von Abtreibungen hingestellt. |
Die meisten der gezeigten Föten sind so gross und in so schlechtem Zustand, dass es sich um Totgeburten und nicht um abgetriebene Föten handeln muss. Schwangerschaftsabbrüche in diesem Stadium (nach 22-wöchiger Schwanger-schaft) machen weniger als 1 % aus. Sie werden dann überwiegend wegen schwerer, spät festgestellter Fehlbildungen des Fötus vorgenommen. |
Anmerkung: Mehr als 80% aller Abbrüche in der
Schweiz werden
innerhalb der ersten 8 Wochen nach der Befruchtung durchgeführt (lange bevor der
Fötus 12 Wochen alt ist).
Siehe
Embryo-Bilder