Abtreibung - Schwangerschaftsabbruch: Für das Recht auf einen freien Entscheid

Abtreibungszahlen Schweiz und internationaler Vergleich

Schwangerschaftsabbrüche Schweiz 1970-2013
Statistik 2011, Kommentar
Statistik 2008, Kommentar
Statistik 2003, Kommentar
Zahlen und Fakten (PowerPoint-Präsentation 2013, pdf)
Schwangerschaftsabbrüche Schweiz 2009, Publikation Bundesamt für Statistik
Schwangerschaftsabbrüche Schweiz 2010, Publikation Bundesamt für Statistik
Statistik des Bundesamtes für Statistik 2013

Abortraten (auf 1000 15-44-jährige Frauen) nach Kantonen
Zahlen im internationalen Vergleich
Teenagerschwangerschaften
Profil der betroffenen Frauen

1966 begann Prof. Heinrich Stamm, die kantonalen Statistiken der legalen Schwangerschaftsabbrüche zu sammeln und zusammenzustellen. Vorerst waren konkrete Angaben bloss aus einzelnen Kantonen erhältlich, doch die Datenlage verbesserte sich zusehends.
Ende der 90er Jahre wurden die Abtreibungszahlen in allen Kantonen, ausser ZH und SO, einer kantonalen Stelle (in der Regel Kantonsarzt) gemeldet. Es lagen also offizielle kantonale Statistiken vor. Die Gesamtzahl blieb jedoch (insbesondere wegen der Zürcher Zahlen) bis 2002 eine Schätzung.

Mit Inkrafttreten der Fristenregelung am 1. Oktober 2002 wurde das Führen einer Statistik obligatorisch. Weil einige Kantone die Art der Registrierung geändert haben und für Zürich vorher nur Schätzungen vorlagen, sind die Abtreibungsstatistiken ab 2002 nur bedingt mit den früheren Jahren vergleichbar. Trotzdem kann mit Sicherheit gesagt werden, dass die Fristenregelung gegenüber den Vorjahren (2000 und 2001) nicht zu einer Zunahme der Schwangerschaftsabbrüche geführt hat.

Es lassen sich Tendenzen erkennen: Von 1970 bis 1990 war die Tendenz - dank immer besserer Verhütung - mit Sicherheit abnehmend. Seither ist eher eine Stagnation der Zahl der Schwangerschaftsabbrüche - mit Schwankungen - zu verzeichnen, jedoch mit einer deutlichen Abnahme des Abtreibungstourismus, d. h. einer Verschiebung der Eingriffe von schon seit jeher liberalen Kantonen in ehemals restriktive Kantone.

Mit 6,4 Abbrüchen auf 1000 15-44-jährige Frauen (2013) weist die Schweiz die niedrigste Abortrate in Westeuropa auf.

Tab. 1  Legale Schwangerschaftsabbrüche in der Schweiz
(in der Schweiz wohnhafte Frauen, soweit entsprechende Angaben vorhanden)
- 1970 1980 1985 1990 1993 2000 2001 112002 112003 142005 200715 2009 2010 2011 2012 2013
ZH1,4  8000 6000 6000 4500 3700 3000 2900 72800 122329 2139 2090 1964 2099 2156 2068 2083
GE 3000 3526 2110 2280 1882 1520 1490 91440 131413 1424 1332 1347 1311 1340 1341 1187
VD 22242 21712 21763 31658 31606 31785 31700 1533 1242 1180 1321 1378 1525 1393 1343 1336
BE 1062 1207 1159 1072 1098 1162 1176 1185 1022 973 1069 1088 1108 1209 1173 1079
BS 2970 21163 2791 2771 706 340 377 371 332 465 300  356 367 315 308 295
NE 725 456 411 420 393 389 411 395 327 322 272 199 275 286 353 322
BL4 84 247 272 257 185 332 336 307 306 342 287 296 289 317 317 304
AG 94 444 460 434 542 6700 6700 6650 597 571 441 448 479 529 476 402
GL 12 43 29 37 35 54 45 36 26 36 32 35 39 38 38 36
TI4 19 391 538 608 675 613 666 618 12527 480 452 406 428 455 387 422
JU - 17 46 85 89 3114 3106 110 89 90 76 110 87 85 51 64
SH2 12 56 19 65 85 118 106 85 84 86 61 89 100 99 91 101
SO 7 166 169 217 205 1330 1340 7300 249 233 232 204 235 253 258 222
GR2 20 69 57 79 122 204 200 206 187 204 20316 193 174 177 190 162
TG 28 118 1100 111 147 164 216 8200 189 189 195 185 211 187 205 214
SG2 20 171 122 179 267 457 467 430 449 438 503 465 562 548 501 491
AR 14 16 10 8 8 23 23 29 33 40 44 36 35 36 40 39
LU2 6 28 69 64 119 389 366 396 415 391 380 379 390 365 399 358
FR 0 5 15 111 162 219 272 267 256 297 255 296 267 263 290 293
SZ 1 - 4 8 10 42 41 49 65 70 108 89 111 115 116 116
VS - 1 - 115 190 3236 3229 9240 178 224 241 314 343 321 367 325
ZG 0 0 1 2 7 19 75 104 89 97 89 111 133 62 108 119 84
UR 1 0 0 0 0 12 15 27 24 20 11 14 18 12 11 16
OW - 0 0 0 0 0 0 104 33 27 19 27 18 22 23 17
NW 0 0 0 0 0 0 0 0 10 13 14 26 38 35 21 27
AI 0 1 0 0 0 0 0 2 5 5  6 5 7 7 2 4
Schweiz, Wohnkanton unbekannt 183 105 72 44 43 48
CH 16317 15837 14146 12986 12145 12278 12286 1111769 1110484 1410348 1510245 10187 10650 10715 10531 10137
. . liberale Kantone   . weniger liberale Kantone.
  restriktive Kantone
Anmerkungen:
Am 1.10.2002 ist die Fristenregelung in Kraft getreten. Seither ist die Meldung der Schwangerschaftsabbrüche in allen Kantonen obligatorisch.

1    Schätzungen (für SO ab 1994-2002, VS bis 1995 und ZH bis 2002) basierend auf Spitalstatistiken und Umfragen bei der Ärzteschaft. In ZH wurden 1993 und 1999 alle ausführenden Ärzte (Gynäkologen, Allgemeinpraktiker) und alle Gutachter befragt (Antwortquote über 95%).
2    Bis 2001 wurde in diesen Kantonen die Zahl der positiven Gutachten registriert (BS bis 1990, VD bis 1989, SG und SH bis 1999). Da nicht alle Frauen, die ein positives Gutachten erhielten, den Abbruch auch durchführen liessen, ist die Zahl in diesen Jahren eher zu hoch. Ab Okt. 2002 in allen Kantonen Zahl der effektiv durchgeführten Schwangerschaftsabbrüche. vgl. Anm.3.
3    Zahl der Gesuche um Begutachtung (JU ab 1995/96, VD ab 1990). Ab Okt. 2002: effektiv durchgeführte Eingriffe. Daher sind die Zahlen ab 2002 mit den Vorjahren nur bedingt vergleichbar. vgl. Anm. 2.
4    In einigen Kantonen (insb. TI, BL, ZH) gab es bis 2002 eine nicht separat ausgewiesene Zahl von Schwangerschaftsabbrüchen an Frauen, die ihren Wohnsitz nicht in der Schweiz hatten (z.B. Grenzgängerinnen). Die von uns geschätzte Gesamtzahl dürfte deshalb - sowie gemäss Anmerkungen 2 und 3 - für die Jahre bis 2002 eher zu hoch als zu niedrig gelegen haben. Dies gilt insbesondere für die Jahre 1970-1990.
5    Im Jahr 1998 wurde in BS eine Klinik geschlossen, in BL eine Tagesklinik eröffnet. Es fand daher eine Verschiebung von der Stadt in einen Vorort statt.
6    Im Kt. AG wurden die Zahlen ab 1996 vom Kantonsarztamt jeweils gerundet.
7    Schätzung auf der Basis der effektiven Zahl für das 4. Quartal.
8    Schätzung auf Basis der Zahlen für das 4. Quartal und der Angaben aus Spitälern.
9    Zahl für das 4. Quartal nicht erhältlich. Schätzung auf Basis der Gesuche bis zum 30. September.
10  Betr. 2. Hälfte des Jahres. Zahl für das 1. Semester nicht bekannt.
11  Seit 1.10.2002 neue Art der Registrierung in einigen Kantonen (insb. ZH, SO, AG, VD). Daher Zahlen ab 2002/2003 nur bedingt mit den Vorjahren vergleichbar (vgl. Anmerkungen 2-4 und 12).
12  Im Jahr 2003 wurde zum ersten Mal die Zahl der im Ausland wohnhaften Frauen separat ausgewiesen. Im Tessin waren es 78, in Zürich 196. Für den Vergleich mit dem Vorjahr müssten diese Zahlen dazu gerechnet werden.
13  Inkl. im Ausland wohnhafte Frauen (zum ersten Mal nicht separat ausgewiesen)
14  Zahlen gemäss BFS, nach Abzug der im Ausland wohnhaften Frauen, wo bekannt.
15  Für das Jahr 2007 hat das BFS erstmals die Zahlen und Raten nach Wohnkanton der betroffenen Frauen dargestellt. D.h. Abbrüche, die an Frauen aus einem andern Kanton vorgenommen wurden, werden ihrem Wohnkanton angerechnet. Die Zahlen sind daher mit früheren Jahren nicht 1:1 vergleichbar. In Kantonen mit "Abtreibungstourismus" aus andern Kantonen ergeben sich niedrigere, in den Herkunftskantonen der "Touristinnen" höhere Zahlen als in den Vorjahren.
16  Annahme: Alle von GR ohne Wohnsitz gemeldeten 203 Abbrüche 2007 betrafen Frauen aus dem Kanton.

FALSCH: "Es gibt eine hohe Dunkelziffer"

Die Abtreibungsgegner haben noch nie seriöse Zahlen oder gar Beweise für ihre gegenteiligen Behauptungen auf den Tisch gelegt.

Literatur
Addor V. et al.: Abortion trends 1990-1999 in a Swiss region and determinants of abortion recurrence. Swiss Med Wkly 2003;133:219-226
Addor V. et al.: Interruptions de grossesse dans un canton suisse de 1990 à 1993: implications pour la surveillance épidémiologique. Rev. Epidém. et Santé Publ. 1997; 45:474-482
Dondénaz M., Gloor P.-A. et al.: L'interruption de grossesse en Suisse: chiffres de 1982 à 1986. Méd.et Hyg.47:1069-1074,1989
Dondénaz M. et al.: L'interruption de grossesse en Suisse: 1987-1990. Méd.et Hyg. 50:926-934,1992
Dondénaz M. et al.: Schwangerschaftsabbruch in der Schweiz 1991-1994. SÄZ 77:99-105,1996
Dondénaz M. et al.: Schwangerschaftsabbruch in der Schweiz 1942-1996. PRAXIS 86:340-347, 1997
Dondénaz M. et al.: Interruption de grossesse en Suisse 1966-1996, une baisse des chiffres liée à la contraception. Méd et Hyg, 56: 961-8, 1998
Gloor P.-A. et al.: L'interruption de grossesse en Suisse. PRAXIS 71:225-229,1982
Gloor P.-A. et al.: L'interruption de grossesse en Suisse. Situation d'après les données de 1979 à 1981 et évolution. Méd.et Hyg. 42: 1144-1150,1984
Gloor P.-A. et al.: Der Schwangerschaftsabbruch in der Schweiz, Entwicklung nach 1979 bis 1981. PRAXIS 74: 434-438, 1985
Höpflinger F. et al.: Sozio-Demographische Determinanten des Geburtenrückgangs. Schlussbericht an den Schweiz. Nationalfonds, 1982
Narring F et al. Les interruptions volontaires de grossesse à l'adolescence dans le canton de Vaud. Rev. méd. Suisse rom., 117 : 47-53, 1997
Stamm H. Schwangerschaftsunterbrechung. Bibliotheca Gyn. No 55, Karger, 1970
Stamm H. et al.: Schwangerschaftsabbruch in der Schweiz 1982 bis 1986. PRAXIS 79: 229-234, 1990


Abortraten in den Schweizer Kantonen auf 1000 Frauen

Tab. 2 Schwangerschaftsabbrüche auf 1000
Frauen 15-44-jährig

(in der Schweiz / ab 2005 im Kanton wohnhafte Frauen)
  Anmerkungen:
Die kantonale Rate pro 1000 Frauen ist bis 2004 aus der Totalzahl der Schwangerschaftsabbrüche an Frauen mit Wohnsitz in der Schweiz (inkl. an Frauen aus anderen Kantonen) errechnet. Ausserdem wurde in einigen Kantonen die Zahl der im Ausland wohnhaften Frauen nicht separat ausgewiesen. Die Zahl der Abbrüche ist aber auf die Frauen mit Wohnsitz im Kanton bezogen. Es handelt sich also nicht eigentlich um die Rate der Kantonseinwohnerinnen, sondern die Rate ist überhöht, insb. für ZH, GE, VD (TI bis 2002),  weil der "Abtreibungstourismus" aus andern Kantonen, bzw. aus dem Ausland einbezogen ist.
Ab 2005 ist die Rate im Wohnkanton gemäss BFS wiedergegeben (d.h. es wird nur die Zahl der Abbrüche an Frauen mit Wohnsitz im Kanton einbezogen). Die Rate ist dementsprechend, insbesondere in Kantonen mit "Abtreibungstourismus", nicht 1:1 vergleichbar mit den Vorjahren.

1   Schätzung, inkl. Frauen aus anderen Kantonen
2   VS: bis 1994 Schätzung. Ab 1996 offizielle Zahl der Gesuche
3   Fristenregelung seit 1.10.2002. Neue Art der Registrierung in einigen Kantonen (insb. VD). Daher Zahlen ab 2002 nur bedingt mit den Vorjahren vergleichbar.
4   Tessin und Zürich: ab 2003 Rate der im Kanton wohnhaften Frauen
5   Ab 2005 Rate der im Kanton wohnhaften Frauen gemäss BFS

Quellen:
- Für 1970: Messaggio al Gran Consiglio, Kt.TI, 5.10.1993
- BFS (Wohnbevölkerung nach Altersklassen)
- Dondénaz et al., Méd.Hyg., 50,1992
- Kantonsarztämter/kantonale Stellen
- Ab 2002: Bundesamt für Statistik

. liberale Kantone
. weniger liberale Kantone
. restriktive Kantone
Kanton 1970 1990 1993 1996 2000 2001 2002 20033 2004 20055 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013
ZH 321 17.31 14.61 ? 121 11.81 10.61 7.74 7.5 7.3 7.7 7.6 7.0 7.5 7.6 7.2 7.2
GE 36.6 26.2 21.5 20.8 17 16.4 16.2 15.2 16 14.7 14.2 12.9 13.9 13.5 13.8 13.8 12.2
VD 19.5 12.5 12 11 13.4 12.9 11.7 9.43 8.7 8.1 9.5 9.2 9.4 10.4 9.4 8.9 8.8
BE 5.2 5.2 5.4 6 6 6.13 6.2 5.4 5.6 4.8 5.7 5.5 5.8 6.0 6.5 6.3 5.8
BS 18.7 19.2 17 15.8 8.9 10 9.7 8.6 11.9 9.5 7.9 9.2 9.2 9.5 8.5 8.3 7.9
NE 19 12 11.3 12.1 11.5 12.1 11.7 9.8 10.8 8.9 8.0 9.5 5.8 8.2 8.4 10.4 9.4
BL 1.8 5.1 ? 6.7 6.3 6.7 5.8 6 6.2 4.6 5.5 6.4 5.7 5.7 6.3 5.8 6.2
AG 1 3.9 4.6 5.1 6 5.9 5.5 53 5 4.3 3.7 3.5 3.7 4.0 4.4 3.8 4
GL 1.7 4.7 4.3 5 6.8 5.7 4.6 3.3 6.4 4.3 4.3 2.9 4.7 5.4 5.2 5.3 5
TI 0.4 9.6 10.4 10.2 9.5 10.4 9.5 8.24 8.0 7.3 7.0 7.0 6.3 6.7 7.4 6.3 6.8
JU - 6 6 8.5 8.2 7.6 7.8 6.5 7.3 6.0 5.7 7.3 8.3 6.7 6.6 3.9 4.9
SH 0.8 4.3 5.5 6.8 8 7.2 5.83 5.7 5.7 5.3 4.3 5.7 6.2 7.0 7.0 6.4 7.1
SO 0.1 4.5 4 5.11 6.51 6.71 5.93 4.7 4.9 4.1 4.7 5.5 4.1 4.8 5.2 5.3 4.6
GR 0.6 2.1 3 4.4 5.2 5.1 5.3 4.8 4.9 (5.3) ? 5.0 5.0 4.6 4.8 5.2 4.5
TG 0.8 2.5 3.1 3.3 3.4 4.5 4.11 3.9 4 (3.9) 4.0 4.3 3.8 4.3 3.8 4.2 4.4
SG 0.3 2 2.8 3.4 4.8 4.9 4.5 4.6 4.7 (4.5) 5.3 5.1 4.8 5.9 5.7 5.2 5.1
AR - 0.8 0.7 1.8 2.2 2.2 2.7 3.2 4.3 (3.9) 4.5 4.3 3.7 3.7 3.7 4.2 4.1
LU 0.1 0.9 1.6 2.3 5.2 4.8 5.2 5.5 4.9 4.9 5.0 5.0 4.9 5.0 4.7 5.1 4.6
FR 0 2.3 3.3 4.6 4.2 5.2 5 4.8 5.1 5.2 4.6 4.7 5.1 4.6 4.5 4.9 4.9
SZ - 0.3 0.4 1.8 1.5 1.4 1.7 2.3 3 (2.4) 3.8 4.4 3.1 3.9 4.0 4.1 4.1
VS 2 0 0.3 1.6 3.3 3.9 3.8 4 2.9 2.4 3.4 4.0 4.4 5.1 5.6 5.2 5.9 5.2
ZG 0 0.3 0.9 1.7 3.4 4.6 3.9 4.3 3.9 3.1 4.9 3.0 5.8 2.8 4.8 5.3 3.7
UR 0 0 0 0 1.6 2 2.9 3.4 3.4 2.4 1.6 2.5 2.1 2.7 1.8 1.7 2.5
AI 0 0 0 0.7 0 0 0.7 1.7 2 (1.7) 2.0 1.6 1.6 2.3 2.3 0.7 1.4
OW 0 0 0 0 0 0 0.6 4.7 3.3 3.1 2.7 2.6 3.8 2.6 3.1 3.3 2.5
NW 0 0 0 0 0 0 0 1.2 0.7 (1.6) 1.7 3.0 3.2 4.8 4.5 2.7 3.6
CH 12.11 8.71 81 ? 8.11 8.21 7.73 6.8 7 6.6 6.7 6.6 6.5 6.8 6.8 6.7 6.4
Kommentar:
Bis in die 90er Jahre gab es einen ausgeprägten "Abtreibungstourismus" aus katholisch-konservativen in liberale Kantone. Die Abortraten waren daher in Zürich und Genf, den Hauptzielen dieses Tourismus, extrem hoch. Ab den 90er Jahren begann sich die Situation zu normalisieren. Heute bleibt die Rate in städtischen Gebieten mit hohem Ausländerinnenanteil (namentlich GE, BS, ZH) deutlich höher als in ländlichen Kantonen mit geringer ausländischer Bevölkerung. vgl. Frauen ausländischer Herkunft

Rate pro 100 Geburten

Wurde in den 60er Jahren in der Schweiz mit etwa 50 Abtreibungen auf 100 Geburten gerechnet, so ist dieses Verhältnis heute auf 12,3 Schwangerschaftsabbrüche pro 100 Geburten zurückgegangen (2013). D.h. rund 1 von 10 Schwangerschaften wird abgebrochen.


Die Schweiz gehört zu den Ländern mit den niedrigsten Abtreibungsraten:

 Tab. 3  Legale SA auf 1000 Frauen (15 - 44 jährig)
Belgien (2011) 9.3
Bulgarien (2012) 21.2
Dänemark (2013) 14.7
Deutschland (2012) 7.2
England+Wales (2013) 15.9
Finnland (2012) 10.2
Frankreich (2011) 17.4
Holland (2012) 8.5
Italien (2012) 9.6
Kanada (2011) 13.3
Litauen (2012) 10.0
Norwegen (2012) 15.3
Portugal (2012) 9.1
Rumänien (2012) 20.8
Russische Föderation (2011) 31.3
Schweden (2012) 20.7
Schweiz (2013) 6.4
Spanien (2012) 12.0
Ungarn (2012) 17.8
USA (2011) 16.9
Quellen:
Nationale Statistiken / Eurostat / WHO European Health for all database
Alan Guttmacher Institute 2014

siehe auch Tendenzen in Europa

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